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New Philadelphia Book Publisher Highlights Local Talent
Book and Publishing News from Publishers Newswire(tm)

Looking for Child to be on Cover of a New Book, 'The Model Child'
PHILADELPHIA, Pa. -- The Philadelphia literary world will celebrate the launch of two new players today, April 10th: Kay Square Press, a new publishing company focused on Philadelphia-area artists, their stories, and their art; and Kay Square's first release, 'With the Rich and Mighty: Emlen Etting of Philadelphia' (ISBN: 978-0-9815129-0-7), a critical biography by Kenneth C. Kaleta.

FlatSigned Press Alleges Don Imus Remarks Damage Legacy of President Gerald R. Ford
NEW YORK, N.Y. -- Nathan Yungerberg, an accomplished model scout and professional child photographer is launching a nation-wide casting call to find the cover model for his highly anticipated book release, 'The Model Child: A Parents Guide to the Child Modeling Industry' (ISBN: 978-0-9817018-0-6).

Wilhelm Meisters Lehrjahre Buch 8

J >> Johann Wolfgang von Goethe >> Wilhelm Meisters Lehrjahre Buch 8

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Wilhelm war durch die heftigsten Leidenschaften bewegt und zerruettet,
die unvermuteten und schreckhaften Anfaelle hatten sein Innerstes ganz
aus aller Fassung gebracht, einer Leidenschaft zu widerstehn, die sich
des Herzens so gewaltsam bemaechtigt hatte. Felix war ihm
wiedergegeben, und doch schien ihm alles zu fehlen; die Briefe von
Wernern mit den Anweisungen waren da, ihm mangelte nichts zu seiner
Reise als der Mut, sich zu entfernen. Alles draengte ihn zu dieser
Reise. Er konnte vermuten, dass Lothario und Therese nur auf seine
Entfernung warteten, um sich trauen zu lassen. Jarno war wider seine
Gewohnheit still, und man haette beinahe sagen koennen, er habe etwas
von seiner gewoehnlichen Heiterkeit verloren. Gluecklicherweise half
der Arzt unserm Freunde einigermassen aus der Verlegenheit, indem er
ihn fuer krank erklaerte und ihm Arznei gab.

Die Gesellschaft kam immer abends zusammen, und Friedrich, der
ausgelassene Mensch, der gewoehnlich mehr Wein als billig trank,
bemaechtigte sich des Gespraechs und brachte nach seiner Art mit
hundert Zitaten und eulenspiegelhaften Anspielungen die Gesellschaft
zum Lachen und setzte sie auch nicht selten in Verlegenheit, indem er
laut zu denken sich erlaubte.

An die Krankheit seines Freundes schien er gar nicht zu glauben.
Einst, als sie alle beisammen waren, rief er aus: "Wie nennt Ihr das
uebel, Doktor, das unsern Freund angefallen hat? Passt hier keiner
von den dreitausend Namen, mit denen Ihr Eure Unwissenheit ausputzt?
An aehnlichen Beispielen wenigstens hat es nicht gefehlt. Es kommt",
fuhr er mit einem emphatischen Tone fort, "ein solcher Kasus in der
aegyptischen oder babylonischen Geschichte vor."

Die Gesellschaft sah einander an und laechelte.

"Wie hiess der Koenig?" rief er aus und hielt einen Augenblick inne.
"Wenn ihr mir nicht einhelfen wollt", fuhr er fort, "so werde ich mir
selbst zu helfen wissen." Er riss die Tuerfluegel auf und wies nach
dem grossen Bilde im Vorsaal. "Wie heisst der Ziegenbart mit der
Krone dort, der sich am Fusse des Bettes um seinen kranken Sohn
abhaermt? Wie heisst die Schoene, die hereintritt und in ihren
sittsamen Schelmenaugen Gift und Gegengift zugleich fuehrt? Wie
heisst der Pfuscher von Arzt, dem erst in diesem Augenblicke ein Licht
aufgeht, der das erste Mal in seinem Leben Gelegenheit findet, ein
vernuenftiges Rezept zu verordnen, eine Arznei zu reichen, die aus dem
Grunde kuriert und die ebenso wohlschmeckend als heilsam ist?"

In diesem Tone fuhr er fort zu schwadronieren. Die Gesellschaft nahm
sich so gut als moeglich zusammen und verbarg ihre Verlegenheit hinter
einem gezwungenen Laecheln. Eine leichte Roete ueberzog Nataliens
Wangen und verriet die Bewegungen ihres Herzens. Gluecklicherweise
ging sie mit Jarno auf und nieder; als sie an die Tuere kam, schritt
sie mit einer klugen Bewegung hinaus, einigemal in dem Vorsaale hin
und wider und ging sodann auf ihr Zimmer.

Die Gesellschaft war still. Friedrich fing an zu tanzen und zu singen:



Oh, ihr werdet Wunder sehn!
Was geschehn ist, ist geschehn,
Was gesagt ist, ist gesagt.
Eh es tagt,
Sollt ihr Wunder sehn.



Therese war Natalien nachgegangen, Friedrich zog den Arzt vor das
grosse Gemaelde, hielt eine laecherliche Lobrede auf die Medizin und
schlich davon.

Lothario hatte bisher in einer Fenstervertiefung gestanden und sah,
ohne sich zu ruehren, in den Garten hinunter. Wilhelm war in der
schrecklichsten Lage. Selbst da er sich nun mit seinem Freunde allein
sah, blieb er eine Zeitlang still; er ueberlief mit fluechtigem Blick
seine Geschichte und sah zuletzt mit Schaudern auf seinen
gegenwaertigen Zustand; endlich sprang er auf und rief: "Bin ich
schuld an dem, was vorgeht, an dem, was mir und Ihnen begegnet, so
strafen Sie mich! Zu meinen uebrigen Leiden entziehen Sie mir Ihre
Freundschaft, und lassen Sie mich ohne Trost in die weite Welt
hinausgehen, in der ich mich lange haette verlieren sollen. Sehen Sie
aber in mir das Opfer einer grausamen, zufaelligen Verwicklung, aus
der ich mich herauszuwinden unfaehig war, so geben Sie mir die
Versicherung Ihrer Liebe, Ihrer Freundschaft auf eine Reise mit, die
ich nicht laenger verschieben darf. Es wird eine Zeit kommen, wo ich
Ihnen werde sagen koennen, was diese Tage in mir vorgegangen ist.
Vielleicht leide ich eben jetzt diese Strafe, weil ich mich Ihnen
nicht frueh genug entdeckte, weil ich gezaudert habe, mich Ihnen ganz
zu zeigen, wie ich bin; Sie haetten mir beigestanden, Sie haetten mir
zur rechten Zeit losgeholfen. Aber- und abermal gehen mir die Augen
ueber mich selbst auf, immer zu spaet und immer umsonst. Wie sehr
verdiente ich die Strafrede Jarnos! Wie glaubte ich sie gefasst zu
haben, wie hoffte ich sie zu nutzen, ein neues Leben zu gewinnen!
Konnte ich's? Sollte ich's? Vergebens klagen wir Menschen uns selbst,
vergebens das Schicksal an! Wir sind elend und zum Elend bestimmt,
und ist es nicht voellig einerlei, ob eigene Schuld, hoeherer Einfluss
oder Zufall, Tugend oder Laster, Weisheit oder Wahnsinn uns ins
Verderben stuerzen? Leben Sie wohl! Ich werde keinen Augenblick
laenger in dem Hause verweilen, in welchem ich das Gastrecht wider
meinen Willen so schrecklich verletzt habe. Die Indiskretion Ihres
Bruders ist unverzeihlich, sie treibt mein Unglueck auf den hoechsten
Grad, sie macht mich verzweifeln."

"Und wenn nun", versetzte Lothario, indem er ihn bei der Hand nahm,
"Ihre Verbindung mit meiner Schwester die geheime Bedingung waere,
unter welcher sich Therese entschlossen hat, mir ihre Hand zu geben?
Eine solche Entschaedigung hat Ihnen das edle Maedchen zugedacht; sie
schwur, dass dieses doppelte Paar an einem Tage zum Altare gehen
sollte. "Sein Verstand hat mich gewaehlt", sagte sie, "sein Herz
fordert Natalien, und mein Verstand wird seinem Herzen zu Huelfe
kommen." Wir wurden einig, Natalien und Sie zu beobachten; wir
machten den Abbe zu unserm Vertrauten, dem wir versprechen mussten,
keinen Schritt zu dieser Verbindung zu tun, sondern alles seinen Gang
gehen zu lassen. Wir haben es getan. Die Natur hat gewirkt, und der
tolle Bruder hat nur die reife Frucht abgeschuettelt. Lassen Sie uns,
da wir einmal so wunderbar zusammenkommen, nicht ein gemeines Leben
fuehren; lassen Sie uns zusammen auf eine wuerdige Weise taetig sein!
Unglaublich ist es, was ein gebildeter Mensch fuer sich und andere tun
kann, wenn er, ohne herrschen zu wollen, das Gemuet hat, Vormund von
vielen zu sein, sie leitet, dasjenige zur rechten Zeit zu tun, was sie
doch alle gerne tun moechten, und sie zu ihren Zwecken fuehrt, die sie
meist recht gut im Auge haben und nur die Wege dazu verfehlen. Lassen
Sie uns hierauf einen Bund schliessen; es ist keine Schwaermerei, es
ist eine Idee, die recht gut ausfuehrbar ist und die oefters, nur
nicht immer mit klarem Bewusstsein, von guten Menschen ausgefuehrt
wird. Meine Schwester Natalie ist hiervon ein lebhaftes Beispiel.
Unerreichbar wird immer die Handlungsweise bleiben, welche die Natur
dieser schoenen Seele vorgeschrieben hat. Ja sie verdient diesen
Ehrennamen vor vielen andern, mehr, wenn ich sagen darf, als unsre
edle Tante selbst, die zu der Zeit, als unser guter Arzt jenes
Manuskript so rubrizierte, die schoenste Natur war, die wir in unserm
Kreise kannten. Indes hat Natalie sich entwickelt, und die Menschheit
freut sich einer solchen Erscheinung."

Er wollte weiterreden, aber Friedrich sprang mit grossem Geschrei
herein. "Welch einen Kranz verdien ich?" rief er aus, "und wie werdet
ihr mich belohnen? Myrten, Lorbeer, Efeu, Eichenlaub, das frischeste,
das ihr finden koennt, windet zusammen; so viel Verdienste habt ihr in
mir zu kroenen. Natalie ist dein! Ich bin der Zauberer, der diesen
Schatz gehoben hat."

"Er schwaermt", sagte Wilhelm, "und ich gehe."

"Hast du Auftrag?" sagte der Baron, indem er Wilhelmen festhielt.

"Aus eigner Macht und Gewalt", versetzte Friedrich, "auch von Gottes
Gnaden, wenn ihr wollt; so war ich Freiersmann, so bin ich jetzt
Gesandter, ich habe an der Tuere gehorcht, sie hat sich ganz dem Abbe
entdeckt."

"Unverschaemter!" sagte Lothario, "wer heisst dich horchen!"

"Wer heisst sie sich einschliessen!" versetzte Friedrich, "ich hoerte
alles ganz genau, Natalie war sehr bewegt. In der Nacht, da das Kind
so krank schien und halb auf ihrem Schosse ruhte, als du trostlos vor
ihr sassest und die geliebte Buerde mit ihr teiltest, tat sie das
Geluebde, wenn das Kind stuerbe, dir ihre Liebe zu bekennen und dir
selbst die Hand anzubieten; jetzt, da das Kind lebt, warum soll sie
ihre Gesinnung veraendern? Was man einmal so verspricht, haelt man
unter jeder Bedingung. Nun wird der Pfaffe kommen und wunder denken,
was er fuer Neuigkeiten bringt."

Der Abbe trat ins Zimmer. "Wir wissen alles!" rief Friedrich ihm
entgegen, "macht es kurz, denn Ihr kommt bloss um der Formalitaet
willen; zu weiter nichts werden die Herren verlangt."

"Er hat gehorcht", sagte der Baron. "Wie ungezogene" rief der Abbe.

"Nun geschwind", versetzte Friedrich, "wie sieht's mit den Zeremonien
aus? Die lassen sich an den Fingern herzaehlen; Ihr muesst reisen,
die Einladung des Marchese kommt Euch herrlich zustatten. Seid Ihr
nur einmal ueber die Alpen, so findet sich zu Hause alles; die
Menschen wissen's Euch Dank, wenn Ihr etwas Wunderliches unternehmt,
Ihr verschafft ihnen eine Unterhaltung, die sie nicht zu bezahlen
brauchen. Es ist eben, als wenn Ihr eine Freiredoute gaebt; es
koennen alle Staende daran teilnehmen."

"Ihr habt Euch freilich mit solchen Volksfesten schon sehr ums
Publikum verdient gemacht", versetzte der Abbe, "und ich komme, so
scheint es, heute nicht mehr zum Wort."

"Ist nicht alles, wie ich's sage", versetzte Friedrich, "so belehrt
uns eines Bessern. Kommt herueber, kommt herueber! wir muessen sie
sehen und uns freuen."

Lothario umarmte seinen Freund und fuehrte ihn zu der Schwester; sie
kam mit Theresen ihm entgegen, alles schwieg.

"Nicht gezaudert!" rief Friedrich. "In zwei Tagen koennt ihr
reisefertig sein. Wie meint Ihr, Freund", fuhr er fort, indem er sich
zu Wilhelmen wendete, "als wir Bekanntschaft machten, als ich Euch den
schoenen Strauss abforderte, wer konnte denken, dass Ihr jemals eine
solche Blume aus meiner Hand empfangen wuerdet?"

"Erinnern Sie mich nicht in diesem Augenblicke des hoechsten Gluecks
an jene Zeiten!"

"Deren Ihr Euch nicht schaemen sollet, sowenig man sich seiner Abkunft
zu schaemen hat. Die Zeiten waren gut, und ich muss lachen, wenn ich
dich ansehe: du kommst mir vor wie Saul, der Sohn Kis', der ausging,
seines Vaters Eselinnen zu suchen, und ein Koenigreich fand."

"Ich kenne den Wert eines Koenigreichs nicht", versetzte Wilhelm,
"aber ich weiss, dass ich ein Glueck erlangt habe, das ich nicht
verdiene und das ich mit nichts in der Welt vertauschen moechte."






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