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Wilhelm Meisters Wanderjahre Buch 3

J >> Johann Wolfgang von Goethe >> Wilhelm Meisters Wanderjahre Buch 3

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Daher ist das schoenste Zeichen der Originalitaet, wenn man einen
empfangenen Gedanken dergestalt fruchtbar zu entwickeln weiss, dass
niemand leicht, wie viel in ihm verborgen liege, gefunden haette.





Viele Gedanken heben sich erst aus der allgemeinen Kultur hervor wie
die Blueten aus den gruenen Zweigen. Zur Rosenzeit sieht man Rosen
ueberall bluehen.





Eigentlich kommt alles auf die Gesinnungen an; wo diese sind, treten
auch die Gedanken hervor, und nachdem sie sind, sind auch die
Gedanken.





"Nichts wird leicht ganz unparteiisch wieder dargestellt. Man
koennte sagen: hievon mache der Spiegel eine Ausnahme, und doch sehen
wir unser Angesicht niemals ganz richtig darin; ja der Spiegel kehrt
unsre Gestalt um und macht unsre linke Hand zur rechten. Dies mag ein
Bild sein fuer alle Betrachtungen ueber uns selbst."





Im Fruehling und Herbst denkt man nicht leicht ans Kaminfeuer, und
doch geschieht es, dass, wenn wir zufaellig an einem vorbeigehen, wir
das Gefuehl, das es mitteilt, so angenehm finden, dass wir ihm wohl
nachhaengen moegen. Dies moechte mit jeder Versuchung analog sein.





"Sei nicht ungeduldig, wenn man deine Argumente nicht gelten laesst."





Wer lange in bedeutenden Verhaeltnissen lebt, dem begegnet freilich
nicht alles, was dem Menschen begegnen kann; aber doch das Analoge
und vielleicht einiges, was ohne Beispiel war.




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